Plötzlich Gigolo - der Film

Plötzlich Gigolo

Woody Allen ist gewiss einer der produktivsten Filmemacher unserer Zeit. 24 Oscar-Nominierungen sprechen ganz klar für sich. In der US-amerikanischen Filmkomödie „Plötzlich Gigolo“ aus dem Jahr 2013 hat er sich jedoch vor die Kamera begeben und der Hauptrolle gewidmet. An dessen Seite spielt John Turturro, der aber ebenso die Regie übernahm und dafür reichlich gelobt wurde. Die deutsche Filmzeitschrift epd Film schrieb gar, dass „dessen Ausflüge hinter die Kamera immer wieder Ungewöhnliches“ hervorbrächten. Der Figur, die Woody Allen im Film verkörpert, wurde derweil attestiert, sie sei „Allen pur“. Filmfans sollten sich diesen Streifen mit zwei ungleichen Geschäftsmännern und deren florierendem Gigolo-Gewerbe also nicht entgehen lassen.

Ein Bibliothekar und ein Blumenhändler machen Frauen glücklich

Einen Buchladen zu betreiben ist heutzutage kein gewinnversprechender Job mehr. Auch Murray (Woody Allen, u.a. bekannt und ausgezeichnet für „Der Stadtneurotiker“) muss dies einsehen und seinen Laden schließen. Unvermittelt kommt ihm aber dennoch eine Idee für ein gänzlich neues Geschäft. Er überredet seinen charismatischen aber leicht schüchternen Freund Fioravante (John Turturro) für einsame aber durchaus wohlhabende Frauen den Gigolo zu geben. Fioravante selbst arbeitet in einem Blumenladen und ist dementsprechend wenig überzeugt von der Idee. Doch Murrays Überredungskünste und die Aussicht auf das schnelle große Geld, welches eben dringend gebraucht wird, stimmen ihn um. Natürlich braucht es in dieser Branche das richtige Image und so müssen auch Künstlernamen her. Murray als „Dan Bongo“ und Fioravante als „Virgil“ steigen also ins Geschäft ein. Die erste Kundin ist nicht zufällig Murrays Dermatologin Dr. Parker (Sharon Stone). Doch Fioravante alias Virgil überzeugt tatsächlich mit ungeahnten Fähigkeiten als Liebhaber, wovon sich direkt auch Dr. Parkers Freundin Selima (Sofia Vergara) überzeugt. So halten die neu gestarteten Geschäftspartner plötzlich zwei prall gefüllte Umschläge in den Händen, können ihre offenen Rechnungen bezahlen und sehen sich ihrer Geldprobleme entledigt.

Wenn da nicht plötzlich Gefühle wären

Eine neue Kundin lässt nicht lange auf sich warten und die Rabbinerwitwe Avigal (Vanessa Paradis) kommt in den Genuss von Fioravantes Künsten. Durch die gemeinsame Nacht fühlt sie sich auch endlich wieder lebendig und kann ihre Einsamkeit vergessen. Unglücklicherweise wird das Ganze vom Nachbarn Dovi (Liev Schreiber), der selbst gewisse Absichten bei Avigal hat, überwacht. Dovi offenbart das natürlich der jüdischen Bürgerwacht. Währenddessen ist Fioravante abermals bei Dr. Parker und deren Freundin zu Besuch, um beide gleichzeitig zu beglücken, was Dank Murrays Geschäftssinn gleich doppelten Gewinn ergäbe. Dieses Mal versagt der Liebhaber jedoch seinen Dienst und die Frauen haben den Grund direkt erkannt: Fioravante ist in seine vorherige Kundin Avigal verliebt. Nun ist plötzlich alles ganz kompliziert. Murray wird vor ein Rabbinergericht gebracht und muss Rede und Antwort stehen. Avigal könnte durch ein Geständnis dessen Kopf aus der Schlinge ziehen. Dann ist da noch Dovi, der noch immer Hoffnung hat, die Liebe seiner Nachbarin zu gewinnen. Fioravante wiederum muss nun für sich entscheiden, wie er mit seinen Gefühlen umgeht und ob seine neue Nebenbeschäftigung das Richtige für ihn ist. Letztlich wird es mehr sein als nur die Entscheidung zwischen Geld und Gefühlen.